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Agent-Ready Rust: Harness Engineering für AI Coding Agents


Dieser Online-Workshop findet am 2. Dezember 2026, 9 – 16 Uhr statt.


AI Coding Agents können heute erstaunlich große Teile einer Entwicklungsaufgabe selbstständig bearbeiten. Ob daraus jedoch wartbarer, praxistauglicher Code entsteht, hängt nicht nur vom verwendeten Modell ab. Entscheidend ist das Harness rund um den Agenten: Welche Werkzeuge darf er verwenden? Wie schnell bekommt er Feedback? Welche Regeln kann er automatisch überprüfen? Und wie wird aus einem offenen Problem ein Arbeitsprozess, in dem Fehler früh sichtbar werden?

In diesem ganztägigen Hands-on-Workshop bauen wir deshalb ein durchgängiges Rust-Projekt schrittweise "Agent Ready". Ausgangspunkt ist bewusst kein perfektes Repository, sondern ein neues Softwareprojekt, an dem aktuelle Frontier-Modelle Entwicklungsaufgaben lösen sollen. Wir beobachten zunächst, wo Agents Schwierigkeiten haben, unnötige Umwege machen oder zwar funktionierenden, aber architektonisch schlechten Code produzieren. Danach erweitern wir systematisch das Harness: Build und Tests, Clippy und Formatting, projektspezifische Quality Gates, strukturierte Agent-Instruktionen, automatisierbare Entwicklungsabläufe und maschinell überprüfbare Architekturregeln.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, Rust selbst als Teil des Harness zu verstehen. Wir untersuchen anhand konkreter Aufgaben, wie Typen, Traits, Module, Visibility, Fehlerbehandlung und API-Design den Lösungsraum eines Agents einschränken können. Statt Regeln nur in Dokumentation oder Prompts zu beschreiben, versuchen wir sie dort, wo es sinnvoll ist, in Compiler-, Test- oder Tooling-Feedback zu übersetzen. So sehen wir unmittelbar, welche Auswirkungen unterschiedliche Formen von Feedback und Guardrails auf Arbeitsweise, Zuverlässigkeit und Lösungskompetenz von LLMs haben.

Dabei geht es nicht um ein bestimmtes AI-Tool oder Modell. Wir testen während des Workshops aktuelle Frontier-Modelle (z.B. Claude Fable und Opus, GPT 5.6 Sol) und Coding Agents (z.B. Claude Code, Codex). Die konkreten Modelle und Werkzeuge können sich bis zum Workshop ändern; die zugrunde liegenden Engineering-Prinzipien bleiben bestehen. Am Ende steht nicht nur ein besser vorbereitetes Rust-Projekt, sondern ein reproduzierbarer Ansatz, mit dem Teilnehmer:innen ihre eigenen Repositories für agentische Softwareentwicklung strukturieren und weiterentwickeln können.

Lernziele

Die Teilnehmenden können nach dem Workshop

  • erklären, was Harness Engineering von einfachem Prompt Engineering unterscheidet und warum es für Coding Agents entscheidend ist.
  • ein Rust-Repository so strukturieren, dass ein Agent schnelle, eindeutige und maschinenlesbare Feedback-Loops erhält.
  • Werkzeuge wie cargo, Tests, Clippy und weitere Quality Gates gezielt als Feedback- und Steuerungsmechanismen für Agents einsetzen.
  • projektspezifische Regeln und Architekturvorgaben so formulieren und automatisieren, dass sie nicht nur dokumentiert, sondern überprüfbar werden.
  • Rusts Typensystem, Traits, Module und API-Design nutzen, um unerwünschte Lösungen unmöglich oder zumindest schwerer zu machen.
  • beurteilen, welche Informationen in Agent-Instruktionen gehören und welche Regeln besser durch Code, Compiler oder Tooling durchgesetzt werden.
  • unterschiedliche aktuelle Coding Agents und Frontier-Modelle anhand derselben Aufgaben systematisch vergleichen, statt sie nur subjektiv zu bewerten.
  • einen eigenen Entwicklungsprozess entwerfen, in dem probabilistisches Agent-Verhalten durch kurze Feedback-Loops, Guardrails und reproduzierbare Checks kontrollierbarer wird.

Speaker

 

Rainer Stropek
Rainer Stropek